Ökokonto Waldumbau & Erstaufforstung Prosnitz

Gemeinde Gustow / Rügen

Das Ökokonto

Das sogenannte Ökokonto ist ein Instrument "zur vorgezogenen Sicherung und Bereitstellung von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen, mit denen zukünftige Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft ausgeglichen werden können" (www.lfu.bayern.de/ Landesamt für Umwelt).

Es ist ein Verzeichnis von Flächen, welche durch gezielte naturschutzfachliche Maßnahmen ökologisch aufgewertet wurden und als solches anerkannt wurden. Diese im Rahmen eines Ökokontos anerkannten Aufwertungsmaßnahmen werden im Vorgriff auf spätere ausgleichspflichtige Eingriffe in die Natur – etwa durch bspw. Straßenbau und sonstige Baumaßnahmen - vorgenommen. Bei einem späteren Bedarf werden sie nachträglich einem konkreten Eingriff zugeordnet und gelten für diesen dann als Kompensationsmaßnahme. Insoweit ist das Ökokonto auch als ein Vorrat von vorgezogenen Kompensationsmaßnahmen zu sehen.

Durch das Instrument des Ökokontos lässt sich die ökologische Wirksamkeit von Kompensationsmaßnahmen maßgeblich verbessern, da es hierdurch möglich ist, Kompensationsmaßnahmen zu bündeln, langfristig zu planen, hochwertiger und flächendeckender umzusetzen.

Über die sogenannten Ökopunkte können der vorgenommene Eingriff und die bereits erfolgte Kompensationsmaßnahme miteinander verrechnet werden. Die Ökopunkte stellen hierbei die Werteinheit dar, mittels derer beides verrechnet wird. Die durchgeführten und anerkannten Aufwertungsmaßnahmen erhält der Grundstückseigentümer in sogenannte „Ökopunkte“ umgerechnet. Wandelt er bspw. 1 ha Ackerfläche in einen Laubwald um, erhält er dafür bspw. 10.000 Ökopunkte. Diese können von ihm frei mit dem Kompensationspflichtigen gehandelt werden.


„Ökokonto Waldumbau & Erstaufforstung Prosnitz“

" Der Wald gehört zu den Naturreichtümern des Landes Mecklenburg Vorpommern. Er bietet Lebensraum für Pflanzen und Tiere und trägt maßgeblich zur ökologischen Stabilisierung bei."

Mit den ökologischen Aufwertungsmaßnahmen "Ökokonto Prosnitz I" & "Ökokonto Prosnitz II" hat die Termühlen Stiftung einen Beitrag zur nachhaltigen Waldwirtschaft geleistet. Nach Durchführung der beiden Maßnahmen ist auf den so umgewandelten und neu entstandenen Waldflächen weder eine landwirtschaftliche noch eine fortwirtschaftliche Nutzung zulässig. Bodenbearbeitung, Düngung oder der Einsatz von Pestiziden ist ebenfalls weder zulässig noch notwendig. Schon allein dadurch haben sich diese Flächen ökologisch betrachtet erheblich verbessert. Beide Waldflächen verfügen durch intensive Durchwurzelung des Bodens und den jährlichen Laubfall bereits in wenigen Jahrzehnten über humusreiche Waldböden. Diese Waldböden binden ohne weiteres Zutun Stickstoff aus der Luft. Darüber hinaus ist mit dem neu entstehenden Wald ein weiterer Kohlenstoffdioxid (CO2)-Speicher entstanden, denn die Wälder entziehen der Atmosphäre das klimaschädliche Treibhausgas und speichern es über Jahrzehnte in ihrem Holz. Insoweit leistet diese Maßnahme auch einen Beitrag zum notwendigen Klimaschutz.

Ökokonto Prosnitz I

Im Rahmen der ökologischen Aufwertungsmaßnahme „Ökokonto Prosnitz I“ wurden auf 58.896 qm zwei Vorhaben umgesetzt:

Auf 40.579 qm wurde ein Wald auf einer bisher nicht als Wald geltenden Grundfläche neu angelegt (sogenannte Erstaufforstung iSd § 24 Abs. 1 LWaldG MV). Es wurden dabei ausschließlich standortgerechte Baumarten -nämlich Trauben-Eiche und Sandbirke - gepflanzt. Der neuentstehende Waldrand wurde mit Pfaffenhütchen, Eberesche, Schlehe und Vogelkirsche bepflanzt. Das neuentstandene Waldgebiet ist für die kommenden fünf Jahre zunächst wildsicher eingezäunt, damit die Pflanzen und Gehölze sich entwickeln und ausbreiten können.

Darüber hinaus wurde ein bestehender forstwirtschaftlicher Nutzwald auf einer Fläche von 18.317 qm in einen Naturwald umgewandelt. Ein Naturwald ist ein Wald, der seiner natürlichen Entwicklung möglichst ohne menschliche Einflussnahme überlassen ist. Um diese Entwicklung einzuleiten und zu begünstigen wurde die im Bestand dominant vorhandene standortfremde Hybrid-Pappel sowie eine Fichtenmonokultur entfernt. Um den Wald herum wurde zusätzlich ein sogenannter Pufferstreifen angelegt, der den Wald von Gewässern, Feuchtbereichen und besonders geschützten Biotopen abgrenzt. Dieser Pufferstreifen bietet zugleich einen Regenerationsort für Pflanzen und Tiere.


Ökokonto Prosnitz II

Bei der ökologischen Aufwertungsmaßnahme „Ökokonto Prosnitz II“ wurde auf einer Fläche von 136.000 qm ein neuer Wald auf einer bisher nicht als Wald geltenden Grundfläche neu angelegt (sogenannte Erstaufforstung iSd § 24 Abs. 1 LWaldG MV).