Projektbeispiele "Natur"

Die Termühlen Stiftung unterstützt Maßnahmen, die natürliche Lebensräume erhalten, entwickeln und wissenschaftlich fundiert weiterdenken. Unsere Projekte reichen von der gezielten Aufwertung von Flächen über die ökologische Wiederherstellung typischer Landschaften bis hin zu Forschungsinitiativen, die helfen, ökologische Zusammenhänge besser zu verstehen. Gemeinsam ist ihnen das Ziel, die biologische Vielfalt zu stärken und nachhaltige Grundlagen für kommende Generationen zu schaffen.

Trittsteinbiotop Steinmocker – Gemeinde Neetzow-Liepen (Mecklenburg-Vorpommern)

In Steinmocker entstand ein Trittsteinbiotop, das zuvor getrennte Lebensräume wieder miteinander verbindet. Auf einer Fläche von 8.400 m2 wurden Hecken, Einzelbäume und strukturreiche Steinhaufen neu angelegt und der Boden entsiegelt, damit sich Pflanzen und Tiere dort ungestört ansiedeln können. Diese Elemente schaffen neue Rückzugsräume und erleichtern Arten, die sich nur schwer selbst ausbreiten, die Wanderung durch eine zerschnittene Landschaft.

Die Maßnahme stärkt die ökologische Vielfalt der Region nachhaltig. Indem das Biotop alte und neue Lebensräume vernetzt, schafft es Voraussetzungen für Artenentwicklung, genetischen Austausch und eine widerstandsfähigere Landschaft.

Gut zu wissen

Ein Trittsteinbiotop ist ein gezielt angelegter, naturnaher kleiner Lebensraum, der als Zwischenstation dient und verloren gegangene Verbindungen zwischen größeren Biotopen wiederherstellt. Es erleichtert Arten die Wanderung über zerschnittene Landschaften hinweg, unterstützt Ausbreitung und genetischen Austausch und hilft ihnen, sich an veränderte Umweltbedingungen anzupassen. Wie ein Trittsteinbiotop gestaltet wird, richtet sich stets nach den Bedürfnissen der jeweiligen Art und stärkt die ökologische Vernetzung sowie die Widerstandskraft ganzer Landschaften.

Ökologische Erweiterung eines Uferstreifens – Halbinsel Zudar (Rügen)

An der Südküste der Halbinsel Zudar revitalisierte die Stiftung einen Uferabschnitt, der durch standortfremde Gehölze lange Zeit beeinträchtigt war. Durch die Entfernung dieser Baumarten konnten typische Uferpflanzen zurückkehren, wodurch neue Lebensräume für Brut- und Rastvögel entstanden und das ursprüngliche Landschaftsbild wieder sichtbar wurde. Parallel dazu wurden ältere instabile Bestände entfernt, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten und Raum für natürliche Vegetation zu schaffen.

Die Maßnahme stärkt einen sensiblen Küstenbereich, der für viele Vogelarten – darunter Rotmilan, Seeadler und Blässhuhn – von großer Bedeutung ist. Ein naturnahes Ufer trägt entscheidend dazu bei, ökologische Strukturen zu stabilisieren und die Artenvielfalt langfristig zu sichern.

Forschungsfloß für die Schlei – Schleiinformationszentrum SIEZ®

Auf Initiative des SIEZ® unterstützte die Termühlen Stiftung den Bau eines Forschungsfloßes, das die Dynamik von Faulschlammablagerungen in der Schlei, einem Brackwasserarm der Ostsee, untersucht. Das Floß ist mit digitaler Messtechnik ausgestattet und wird fortlaufend von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Behörden und dem Naturpark genutzt werden. Es liefert Daten zur Wasserqualität, zu Blaualgenentwicklungen und zu Veränderungen der Lebensräume in der Schlei.

Die gewonnenen Erkenntnisse ermöglichen fundierte Entscheidungen für Schutzmaßnahmen, die Pflanzen, Tiere und Wasser gleichermaßen zugutekommen. Das Projekt zeigt, wie Forschung und Naturschutz gemeinsam wirken können, um ein wertvolles Ökosystem langfristig zu erhalten.

Unterstützung wildtierökologischer Forschung – Insel Rügen (Mecklenburg-Vorpommern)

Der Regionale Jagdverband Rügen & Hiddensee e. V. setzt ein Projekt zur Besenderung und genetischen Untersuchung des Rotwildes auf Rügen um. Ziel ist es, Bewegungsmuster, Raumnutzung und die genetische Vielfalt der Inselpopulation zu erfassen. Die gewonnenen Daten bilden eine wichtige Grundlage für eine wildtierökologische Raumplanung und ein langfristig angepasstes Wildtiermanagement. Gerade für Inselpopulationen ist eine genetische Bestandsaufnahme entscheidend, da der natürliche Austausch begrenzt ist.

Die Termühlen Stiftung Mensch & Natur unterstützte dieses Projekt finanziell, um zum Erhalt einer stabilen, ökologisch ausgewogenen Rotwildpopulation beizutragen.